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Die Mediterrane Diät

Daß eine konsequente mediterrane Ernährung das Risiko von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems erheblich reduziert und eine positive Wirkung auf das Risiko für Tumor- und neurodegenerative Erkrankungen hat, ist inzwischen unbestritten. Doch was genau ist diese "Kreta-Diät" bzw. Mittelmeer-Diät?

Die 7-Länder-Studie


In den 1950er Jahren fiel auf, daß es deutliche Unterschiede bei den Cholesterolwerten und der Sterblichkeit an koronaren Herzkrankheiten zwischen verschiedenen Ländern gab. Die Vermutung lag nahe, daß dies mit national unterschiedlichender Ernährung zu tun hatte.
1958 wurde deshalb die "7-Länder-Studie" initiiert, die Verzehrgewohnheiten in 7 Ländern untersuchte (USA, Finnland, Niederlande, Italien, ehemaliges Jugoslawien, Griechenland und Japan). Nach einem Beobachtungszeitraum von 15 Jahren zeigten sich deutliche Unterschiede in der Herz-Kreislauf-bedingten Sterblichkeit.
In Nordeuropa und den USA verstarben etwa dreimal mehr Personen an koronaren Herzkrankheiten als in den Mittelmeerländern. Interessanterweise unterschied sich die Gesamtfettaufnahme der Mittelmeerbewohner kaum von der der Nordeuropäer oder der Amerikaner.
Große Unterschiede bestanden jedoch in der Zusammensetzung der Nahrungsfette.

Bestätigt wurden die Ergebnisse der 7-Länder-Studie in jüngerer Zeit durch eine Reihe weiterer Untersuchungen, so durch die Lyon-Heart-Studie - hier reduzierte eine mediterrane Ernährung vom Kreta-Typ die Mortalität von KHK-Patienten um 70 Prozent -, wie auch durch die EPIC-Studie:
Daten von mehr als 74.000 Probanden über 60 Jahren bestätigten den gesundheitsfördernden Einfluss einer mediterranen Ernährung. Ein hoher Konsum an Obst, Gemüse sowie ein günstiges Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren trugen wesentlich zur Senkung der Gesamtmortalität bei, was in der 7-Länder-Studie mit den vergleichsweise jungen Teilnehmern nicht gesehen wurde.
Übrigens steigt leider auch auf Kreta seit den 60er Jahren die Erkrankungsrate an koronaren Herzkrankheiten, Diabetes und Adipositas kontinuierlich. Grund dafür ist der zunehmende Verbrauch an Fleischprodukten und den damit einhergehenden gesättigten Fettsäuren auf Kosten der gesunden Fettsäuren aus kalt gepreßtem Olivenöl und Nüssen.

Bestandteile der originalen "Kreta-Diät"


Viel Obst und Gemüse, relativ wenig gesättigte Fettsäuren (GFS) von rotem Fleisch, im Gegensatz dazu viel einfach (EUFS) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) pflanzlichen und tierischen Ursprungs, vor allem von Fisch und Olivenöl, moderater Alkoholkonsum, insbesondere Rotwein, sowie eine hohe Aufnahme an Hülsenfrüchten, Nüssen und Milchprodukten kennzeichnen die Mediterrane Diät.

Olivenöl ist mehr als nur ein Fett


Olivenöl gilt als einer der wichtigsten EUFS-Lieferanten in den Mittelmeerländern, vor allem in Griechenland. In Kreta lag 1960 die tägliche Zufuhr an Olivenöl bei 0,1l.

Dies entsprach einem monatlichen Verbrauch von 3 Litern bzw. einem Jahresverbrauch von 36 Litern - pro Person!.
Heute liegt der Jahresverbrauch eines erwachsenen Griechen immerhin noch bei 28 Litern.
Zum Vergleich: der durchschnittliche jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag 2004 bei 0,7 l Olivenöl!

Die empfohlene Tagesdosis Olivenöl liegt zwischen 30 und 50 ml hochwertigen Olivenöls. Der ideale Pro-Kopf-Verbrauch liegt entsprechend bei 10 bis 15 l jährlich.
Allerdings geht die Bedeutung von Olivenöl für die Ernährung weit über die Zusammensetzung seiner Fettsäuren hinaus.
Ein einzigartiger Cocktail an Inhaltsstoffen hebt das Olivenöl über andere Speisefette und Öle wie Raps- oder Sonnenblumenöl. Warum das so ist, lesen Sie hier!